Die fünf Elemente und ihre Wandlungsphasen

In diesem Artikel möchte ich Dir mehr über die Elemente berichten…
Und vielleicht erkennst Du Dich ja schon wieder…

In der TCM Ernährungslehre werden den 5 Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser jeweils eine Jahreszeit, Himmelsrichtung, Farbe, Sinnesorgan, Organ etc. sowie eine Emotion [siehe Tabelle] zugewiesen. So konnten die Chinesen schon zweitausend Jahre vor Christus allein aus ihren Beobachtungen Rückschlüsse aus den Symptomen und Störungen ziehen und Hilfestellung in der Genesung geben.

Die fünf Elemente kann man sich bildlich wie kreisende Jonglierbälle vorstellen: findet jedes Element im genügenden Maß seine Aufmerksamkeit, bewegen sie sich geschmeidig und leicht in der Luft. Sobald jedoch ein Element geschwächt ist oder sogar ausfällt, kommt es zu Irritationen in den anderen Elementen und das empfindsame System fängt an, aus dem Gleichgewicht zu treten. Im schlimmsten Fall bekämpfen sich die Elemente sogar untereinander und versuchen sich so unter Kontrolle zu halten. Das Unheil und Durcheinander ist vorprogrammiert.

Wir tragen alle fünf Elemente in uns. Und je ausgewogener und gleich stark sie sind, umso klarer und gelassener sind wir. Je nach Veranlagung dominieren meist ein oder zwei Elemente. Daher ist es wichtig, dass wir uns über unser starkes und schwaches Element bewusst sind und diese durch die Nahrung besonders unterstützen.

Erdelement

Erdelement

Zu Beginn einer Ernährungsumstellung wird dem ErdElement besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. Denn dem ErdElement sind die Milz und der Magen und als Emotion das Denken zugeordnet. Es ist ausgewogen, d.h. es verfügt sowohl über Yin und Yang. Als Farbe hat es ein sattes Orange: Die dazu gehörige Jahreszeit ist der Spätsommer mit seiner reichen Ernte.

Ein Merkmal dafür: das Wurzelgemüse, welches uns selbst sinnbildlich tief verwurzeln lässt. Ebenso gehören viele Gemüse- und Getreidesorten dazu. So auch die verschiedenen Kohlsorten, die uns mit dem nötigen Vitamin C versorgen, das wir gerade im Winter benötigen. Dem Element Erde wird der süße Geschmack zugeschrieben, der Geschmack, den wir schon seit dem Beginn unseres Daseins auf Erden durch die Muttermilch kennen. Das Element Erde fügt sich in den Kreis der anderen Elemente ein und gleichzeitig in der chinesischen Betrachtungsweise aber auch zentral in der Mitte angeordnet. Ist das ErdElement gut versorgt, zeigt sich das in einer starken Mitte: Wir können Wesentliches von Unwesentlichem trennen, wir ruhen in uns.

Ist es jedoch geschwächt, neigen wir dazu im Grübeln zu versinken und uns im Kreise zu drehen. Wir drohen uns selbst zu verlieren, indem wir uns aufopfernd um Andere kümmern und uns selbst vernachlässigen.

Metallelement

Das MetallElement folgt im Kreis dem Erdelement und kündigt den Herbst an.
Dem Element wird die Lunge, der Dickdarm und die Haut zugeordnet.
Ferner gehören die Nase, die Bronchien und die Schleimhäute dazu.
Es wird das kleine Yin genannt und zeigt sich in einem Weiß. Als Emotion haben wir hier die Trauer angesiedelt.

Zeigt sich die Persönlichkeit im MetallElement nach außen als stark und unbeirrbar, verbirgt es im Innern einen zarten sehr verletzlichen Kern. Es schützt sich und findet in einem neutralen, fast emotionslosen Wesen seinen Weg und neigt dazu, sich in seine Tiefe zurückzuziehen.

In seinem Wesen spiegelt sich eine Linearität: Der Tag folgt einem routinierten Ablauf was die Nahrungsaufnahme, Beruf und Freizeit etc. betrifft. Sich auf Neues einzustellen bedarf einer langen Vorbereitung. Hier ist eher weniger als mehr die Vorgabe. Die Bronchien sind empfindsam und schnell angeschlagen, der Mensch reagiert empfindsam auf Kälte und rauhe, feuchte Luft.

Das MetallElement wird gestärkt durch weiße Gemüse wie Rettich, Fenchel etc. Vorsicht ist dann geboten, wenn es zu einem zu starkem inneren Rückzug kommt.

Wasserelement

Das MetallElement wird im Kreis vom WasserElement abgelöst, dem großen Yin. Wir sind im Winter bzw. der Nacht angekommen. Der Zeit des Rückzuges und der Ruhe. Als Organe haben wir es hier mit der Niere sowie der Blase zu tun. Das Sinnesorgan ist das Ohr. Auch die Zähne fallen darunter. Und wie der Volksmund so treffend sagt: ‘es geht mir an die Nieren’, reiht sich hier als Emotion die Angst ein.

Im WasserElement verbinden wir uns mit dem Sucher in uns. Sind wir in der Mitte stark, lassen wir uns in eine Tiefe fallen: Wir wollen ergründen und verstehen. Die Kälte und Kargheit des Winters sind uns willkommen und regen unser Wesen an: Wir folgen unbeirrt unserem Lebensweg und können uns selbst gut in unseren Gedanken aushalten. Wir verbinden uns mit unserer Tiefe auf der Suche nach uns und unserer Berufung.

Gut tun wir daran, uns mit stärkenden Kraftsuppen, mit Fisch und allem was neues Leben in sich trägt wie der Keim eines Getreides, Hülsenfrucht, Ei und Samen, zu stärken. Ferner brauchen wir in dieser Zeit viele Stunden der Muße, der Ruhe und viel Schlaf. Und so bereiten uns auf das nachfolgende HolzElement vor, welches das Frühjahr und den Aufbruch ankündigt.

Holzelement

Im zarten frischen Grün begegnet uns das HolzElement: der Sprössling, welcher zart aus der Erde hervorsprießt. Neugierig, selbstbewusst und dynamisch kommt das kleine Yang daher.
Als Organe haben wir die Leber und Galle, als Sinnesorgan die Augen. Die Muskeln zählen ebenso dazu. Und als Emotion die Wut bzw. Zorn. Der Volksmund hält auch hierfür eine Redensart bereit: Mir läuft die Galle über. Wir tun gut daran, das HolzElement täglich mit frischem sowie gekochten Grün zu nähren und versorgen so nebenbei die Augen in ihrem Sein mit. Der saure Geschmack kommt dem frischen Grün zu Hilfe: ein paar Zitronenspritzer, saure Pickles oder täglich zu jeder Mahlzeit einen Löffel gutes ‚altes‘ deutsches Sauerkraut zieht das HolzElement in sich zusammen, zentriert es und hält das aufsteigende strebsame zielorientierte kleine Yang in seiner Balance.